Verwaltungsgebäude / Kern- und Fassadensanierung

Der Schoggiturm bedarf dringend einer Sanierung. Nun verdichten sich die Anzeichen, wie das Verwaltungsgebäude künftig aussehen könnte. Im Rahmen eines selektiven Auswahlverfahrens wurde das Planungsteam für die Fassaden- und Kernsanierung bestimmt. Die Konzeptidee «Baldachin» soll das Gemeindehaus in eine moderne und nachhaltige Zukunft führen.

Ausgangslage

Die Gemeindeverwaltung der Gemeinde Emmen befindet sich an der Rüeggisingerstrasse 22 in Emmen. Der Bau der Gemeindeverwaltung Emmen wurde im Rahmen eines Wettbewerbes im Jahr 1968 konzipiert. Der siegreiche Entwurf des Zürcher Architekten Paul Steger mit dem Projekttitel «Klara» gliederte das geforderte Bauvolumen in drei Baukörper – ein dreizehngeschossiges Verwaltungsgebäude, einen Saalbau sowie ein Abwartshaus – und bettete diese in eine Parklandschaft ein. Nach einer Abstimmung in der Gemeinde wurde das Hochhaus auf zehn Geschosse reduziert und der Baukomplex in den Jahren 1969 bis 1972 realisiert. Das äussere Erscheinungsbild der Gemeindeverwaltung ist bis heute im Wesentlichen gleichgeblieben. Das Gebäude verfügt mittlerweile über einen erheblichen Sanierungsbedarf.

Im Jahr 2023 fand eine umfassender Zustands- und Raumbedarfsanalyse für die gesamte Verwaltung statt. Basierend auf diesen Erkenntnissen wurden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie verschiedene Varianten geprüft, bewertet und in einem Bericht festgehalten. Im Frühjahr 2024 genehmigte der Gemeinderat und Einwohnerrat Emmen den Kredit für das Planerwahlverfahren und den Projektierungskredit zur Weiterverfolgung der Kern- und Fassadensanierung der Gemeindeverwaltung.

Aus dem durchgeführten Planerwahlverfahren ist das Generalplanerteam der Confirm AG aus Zürich mit  Guerra Clauss Architekt:innen aus Basel als Gewinner hervorgegangen, welche nun die Projektierung angehen mit dem Ziel, dass Mitte 2026 die Volksabstimmung für den Baukredit erfolgen kann.

Projektbeschreibung

Das Projekt «Baldachin» besticht durch die präzise Analyse des bestehenden Baus hinsichtlich des Städtebaus und der konstruktiven Eigenheiten. Der Büroturm wurde zu seiner Zeit mit drei Geschossen weniger gebaut als geplant. Es fehlt auch ein Dachabschluss, der dem Gebäude besser proportioniert. So formulieren die Projektverfasser ein neues Dach in Form eines Baldachins, der die Kanten des Gebäudes überkragt und so zum neuen ikonischen Erscheinungsbild beiträgt, welches der Bedeutung des Gemeindehauses angemessen ist. Der Baldachin erzeugt mit der Photovoltaikanlage Energie und schafft zusätzlich einen neuen gemeinsamen Aussenbereich zu minimalen Kosten.

Vorbildlich schlägt das Projekt Möglichkeiten vor, wie man bestehende Bauteile in die neue Fassade integrieren kann. Ob die bestehenden Leibungsbleche und Brüstungspaneele aus Aluminium wie angedacht wiederverwendet werden können, ist zwar noch nicht abschliessend beurteilt.

Das vorgeschlagene Sanierungskonzept der Fassade überzeugt durch Einfachheit und reagiert angemessen auf die verschiedenen Anforderungen. Insbesondere der Ansatz, dass die verglasten Flächen (Neue Holz-Metallfenster) leicht reduziert werden sollen, sowie der Einsatz einer 3-fach Verglasung mit leichter Sonnenschutzschicht und aussenliegendem, windfesten Sonnenschutz, werden positiv beurteilt.

Die Eigenstromversorgung der PV-Anlagen auf dem Dach und an der Südwest-Fassade sind effizient angeordnet, sodass sie über ihren Lebenszyklus wirtschaftlich und ökologisch amortisiert werden können. Der windstabile Sonnenschutz und eine leichte Sonnenschutzverglasung bieten gute Voraussetzungen, um vor solarer Überwärmung zu schützen.

Das Projekt Baldachin schlägt einleuchtende und innovative Massnahmen vor, welches das Gemeindehaus technisch an die neuen Bedürfnisse anpasst und für weitere Generationen ertüchtigt. Darüber hinaus widerspiegelt das neue Erscheinungsbild die zukunftsgerichtete Gemeinde Emmen mit Pioniergeist.

 

Projekt

2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
2034
2035
2036
2037
2038
2039
2040
Verwaltungsgebäude / Kern- und Fassadensanierung

Medienberichte